Ein Once-In-A-Lifetime-Erlebnis? Der Beginn einer langen Karriere als Herzensbrecherin? Oder waren das gestern die Zeichen der Zeit, die zu mir gesprochen haben? Die jene Phase im Leben einläuten, die im allgemeinen Sprachgebrauch nicht mehr als „Jugend” bezeichnet wird. Und das passenderweise, da ich wenige Stunden zuvor meine Sturm-und-Drang-Phase in Fotos habe Revue passieren lassen und feststellen musste, dass das gesetzte Leben begonnen hat. Zu meiner Erleichterung!

Nachdem ich in die Königstraße eingebogen war, XTC auf den Ohren und schnellen Schrittes, da ich nette Menschen nicht gerne warten lasse, parkte gerade ein schickes silbernes (Ha! Frauenklischee!) Auto neben mir ein. Als der „Herr mittleren Alters” (40? 45? 35?) im hellblauen Hemd sich in meine Richtung bewegte, dachte ich noch, er würde mich nach dem Weg fragen wollen. (Wäre dem so gewesen, hätte ich jetzt natürlich sowohl Auto-Kennzeichen als auch -Marke parat.) Allerdings stand ihm der Sinn nach etwas anderem: Wie denn die Chance aussähe, dass er (oder man?) mich mal zu einem Eis einladen könne, wollte er wissen. Den Schock konnte ich sicher nicht verbergen.

In antrainiert haarspalterischer Manier habe ich wohl mit „Eher gering”, oder etwas ähnlich Feinfühligem geantwortet. Die für mich offensichtliche Erklärung, ich hätte bereits jemanden zum Eisessen, habe ich immerhin hinterherschieben können und bin weitergedüst, während das Designerbrillengestell sich schon auf dem Rückzug befand. Das Ganze ging so schnell, dass ich sogar erst einige Schritte später Zeit fand, knallrot anzulaufen.


Women are never disarmed by compliments. Men always are.

Oscar Wilde, (irischer Schriftsteller, 1854-1900)

07.08.2008 – Dresden Hbf.
Um 07:55 Uhr rollt der Zug los, setzt sich mit einem Quietschen und einem ansteigenden, lauter werdenden Pfeifen in Bewegung. Kurz nach dem Erreichen der Schmerzgrenze verstummt das Geräusch und auch die Beschleunigung scheint zunächst abzubrechen. Schatten und Licht tanzen im Raum umher, an diesem klaren Donnerstagmorgen. Über der Elbe erhebt sich Dresdens märchenhafte Innenstadtkulisse, die so schräg angestrahlt ganz unwirklich aussieht. Von weitem verschlafen wirkend, muss sie doch tatsächlich vom Berufsverkehr pulsieren. Bei der Abfahrt im zweiten Dresdner Bahnhof ist das Pfeifen bereits ein guter Bekannter.

***

Der ICE brummt, während wir den wohltuenden Häagen-Dazs-Latte-Macchiato schlürfen und darauf warten, den Frankfurt(M)er Hauptbahnhof in Richtung Paris zu verlassen. Unzählige Geschäftsmänner mit unumstößlich geradliniger „Laufbahn” mussten bei dem Überbrücken der Gleisdifferenz umschifft werden. Ein zweijähriger Blondschopf wollte sich nicht von der Oma trennen und andere Mitfahrer machten noch schnell Abfahr-Fotos in der Bahnhofshalle, in der Tür des Zuges und schließlich in die Sitze gedrückt. Die nunmehr dreisprachige Ansage wünscht „une agréable voyage” und informiert uns „Erstklässler” über den im Preis inbegriffenen Imbiss. Bis zu dessen Ankunft wird die Mittwochsausgabe der „WELT kompakt” verteilt. Nach einem kurzen Hineinschnuppern überbrückt dann stattdessen die Lektüre der ZEIT die Zeit, während sonnige Wälder zwischen den Strommasten am Fenster vorbeiziehen.

NerdTests.com

23. April 2008

Zum Thema „Physiker sind eben so”:

I am nerdier than 51% of all people. Are you a nerd? Click here to find out!
Und das bedeutet, dass 51% der Leute, die sich wahrscheinlich selbst für „Nerds” halten und damit a priori schon etwas „nerdy” sind, immer noch weniger „nerdy” sind!


NerdTests.com says I'm a Cool Nerd.  What are you?  Click here!

Wer hätte das gedacht …

Und, als Nachtrag (05.05.2008):

The Trekkie Test -- Create and Take a Fun Test @ NerdTests.com's User Tests!

Kleine Großkatzen

4. April 2008

Ja, es ist ein Klischee, dass man Jungtiere niedlich findet.
Ja, das Kindchenschema erklärt bestens, wieso man Jungtiere niedlich findet.
Und, ja, ich tue es dennoch:

02.04.2008 – FAZ: „Tierische Mutterliebe. Zärtlich trägt die Löwenmutter ihr Junges im Raghdan Zoo von Amman – verletzt wird das Löwenbaby dabei nicht.”

02.04.2008 – Tigerbaby Raja Zoologischen Garten von Yokohama.

17.11.2007 – Tigerbabys in Hoyerswerda:
„Neu im Zoo”, Bildergalerie.

03.08.2007 – Junge Sumatratiger im Heidelberger Zoo:
Fotos.

2007 – Tiger-Drillinge in Leipzig:
(04.01.2008),
Spiegel-Online Photo Gallery „Tiger Triplets Christened” (04.09.2007),
(03.08.2007),
(13.07.2007),
Fototermin für Leipziger Tiger-Babys.

18.07.2007 – Löwenbaby-Taufe im Schnee im Serengeti-Park bei Hamburg

08.03.2005 – Leipziger Löwenbaby Malik.

Tigerbaby im Tiergarten Schönbrunn, Wien
Tigerbaby Darius zeigt seine Krallen bei „Panda, Gorilla & Co.” (rbb)
Löwennachwuchs im Wuppertaler Zoo
Leopardenbaby bei „Eisbär, Affe & Co” (ARD)

und Löwenbaby-Bilder, Tigerbaby-Bilder und Leopardenbaby-Bilder bei de.sevenload.com

Akupunktur

13. Januar 2008

Ich habe manchmal Migräne. Und ich bin eine Frau.

Was viele mit dieser Konstellation assoziieren, hat Erich Kästner wohl am treffendsten ausgedrückt:

Nach dem Mittagessen kriegte Frau Direktor Pogge Migräne. Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man keine hat.

(aus „Pünktchen und Anton”, zitiert von „Sächsische Zeitung”, 21.09.2007, „Was tun gegen das Gewitter im Kopf?”)

Nun kann man das als „Verunglimpfung” sehen oder sich als Frau diskriminiert fühlen. Man kann auf Ratgeberseiten nach gut gemeinten Ratschlägen suchen. Dabei findet man so hilfreiche Tipps, wie starke Emotionen oder auch Stress schlichtweg zu vermeiden. Kontroverse Diskussionen finden auch bei Wikipedia statt: der umkämpfte Artikel ähnelt besonders am Anfang und in der schier endlosen Referenzenliste eher einem Wiki-Sandkasten als einem Lexikoneintrag.

Zurück zur „Migrantin”: nach einigen Jahren mit der guten Acetylsalicylsäure war ich wohl erwachsen geworden, griff zu einem spezielleren Mittelchen mit dem Namen „Dolormin Migräne” und beschloss, meine Ärztin zu Rate zu ziehen. Einer der daraufhin ergriffenen Maßnahmen: Akupunktur. Misstrauen gegenüber Homöopathie oder „alternativer Medizin” hin oder her: Probieren geht noch immer über Studieren.

Meine früheste Berührung mit dieser Therapie spielte sich im Rahmen einer Bibi-Blocksberg-Kassette ab: „Bibi Blocksberg ist krank” (Folge 48) und der chinesische Arzt im Krankenhaus möchte sie mit Akupunktur behandeln. Dabei kommt er zwar besser weg als der russische Kollege, der gleich zum chirurgischen Besteck greift, wird aber dennoch für seine angeblich übertriebene Maßnahme abgestraft.

Kontakt Nummer zwei mit Akupunktur: „Grey’s Anatomy”. In Folge 22 der dritten Staffel bekommt ein Hauptcharakter Akupunkturnadeln ins Gesicht gesteckt, woraufhin sich „Emotionen lösen” sollen. Das theatralische „Autsch!” beim Einstich jeder Nadel wirkte zu diesem Zeitpunkt noch komisch.

Als ich letzte Woche das erste Mal zur „Nadelung” erschien, war vorher jedenfalls keine Spur von Angst zu spüren. Nun – rückblickend – weiß ich, dass man sich auch tatsächlich nicht fürchten muss, denn „Schmerz” fühlt sich anders an. So lustig mit den Gesichtsmuskeln spielen wie oben genannte Serienfigur, möchte man dann allerdings doch lieber nicht, da man sofort jede Anspannung in der Nähe eines Einstichs spürt.

Ein besonderes Extra waren diese Woche bei weiteren Sitzungen dann die blauen Flecken, die sich an einigen Stellen bilden. Zwar sind die Akupunkteure (Ärztin und Schwester) in Anbetracht der Überbleibsel etwas mehr erschrocken, doch erwartet hatte ich das sicher nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Papparazzi sich die Nahaufnahmen im nächsten Monat sparen ;).

… ich bin zwar nicht gaenzlich verschwunden, befinde mich momentan aber in Hamburg und entweder nicht in der Naehe eines Computers oder ohne Zeit, einen solchen fuer private Zwecke zu missbrauchen. Und: Ja, ich schreibe mit einer englischen Tastatur, da ich in der HASYLAB-Experimentierhalle des DESY („Deutsches Elektronen-Synchrotron”) sitze. (Wie oft ich y und z … aeeehhh … z und y schon verwechselt habe, kann ich gar nicht zaehlen.) Mir und der „Beamline” C geht es gut, aber damit das auch so bleibt, werde ich mich auch gleich wieder mit Roentgenstrahl-Sitten beschaeftigen. :)