Akupunktur

13. Januar 2008

Ich habe manchmal Migräne. Und ich bin eine Frau.

Was viele mit dieser Konstellation assoziieren, hat Erich Kästner wohl am treffendsten ausgedrückt:

Nach dem Mittagessen kriegte Frau Direktor Pogge Migräne. Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man keine hat.

(aus „Pünktchen und Anton”, zitiert von „Sächsische Zeitung”, 21.09.2007, „Was tun gegen das Gewitter im Kopf?”)

Nun kann man das als „Verunglimpfung” sehen oder sich als Frau diskriminiert fühlen. Man kann auf Ratgeberseiten nach gut gemeinten Ratschlägen suchen. Dabei findet man so hilfreiche Tipps, wie starke Emotionen oder auch Stress schlichtweg zu vermeiden. Kontroverse Diskussionen finden auch bei Wikipedia statt: der umkämpfte Artikel ähnelt besonders am Anfang und in der schier endlosen Referenzenliste eher einem Wiki-Sandkasten als einem Lexikoneintrag.

Zurück zur „Migrantin”: nach einigen Jahren mit der guten Acetylsalicylsäure war ich wohl erwachsen geworden, griff zu einem spezielleren Mittelchen mit dem Namen „Dolormin Migräne” und beschloss, meine Ärztin zu Rate zu ziehen. Einer der daraufhin ergriffenen Maßnahmen: Akupunktur. Misstrauen gegenüber Homöopathie oder „alternativer Medizin” hin oder her: Probieren geht noch immer über Studieren.

Meine früheste Berührung mit dieser Therapie spielte sich im Rahmen einer Bibi-Blocksberg-Kassette ab: „Bibi Blocksberg ist krank” (Folge 48) und der chinesische Arzt im Krankenhaus möchte sie mit Akupunktur behandeln. Dabei kommt er zwar besser weg als der russische Kollege, der gleich zum chirurgischen Besteck greift, wird aber dennoch für seine angeblich übertriebene Maßnahme abgestraft.

Kontakt Nummer zwei mit Akupunktur: „Grey’s Anatomy”. In Folge 22 der dritten Staffel bekommt ein Hauptcharakter Akupunkturnadeln ins Gesicht gesteckt, woraufhin sich „Emotionen lösen” sollen. Das theatralische „Autsch!” beim Einstich jeder Nadel wirkte zu diesem Zeitpunkt noch komisch.

Als ich letzte Woche das erste Mal zur „Nadelung” erschien, war vorher jedenfalls keine Spur von Angst zu spüren. Nun – rückblickend – weiß ich, dass man sich auch tatsächlich nicht fürchten muss, denn „Schmerz” fühlt sich anders an. So lustig mit den Gesichtsmuskeln spielen wie oben genannte Serienfigur, möchte man dann allerdings doch lieber nicht, da man sofort jede Anspannung in der Nähe eines Einstichs spürt.

Ein besonderes Extra waren diese Woche bei weiteren Sitzungen dann die blauen Flecken, die sich an einigen Stellen bilden. Zwar sind die Akupunkteure (Ärztin und Schwester) in Anbetracht der Überbleibsel etwas mehr erschrocken, doch erwartet hatte ich das sicher nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Papparazzi sich die Nahaufnahmen im nächsten Monat sparen ;).

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